Exklusiver Auszug aus dem Buch „Der Gentleman Weg“ von Timo Wolfinger
Wie Mann in jeder Situation erfolgreich und charmant ist
Bild: Buch »Der Gentleman Weg« von Timo Wolfinger (re.)
Der folgende Text ist ein exklusiver Auszug aus dem Buch „Der Gentleman Weg – Das Buch für Menschen mit Werten, Stil & Klasse“ von Autor und Influencer Timo Wolfinger. Der Autor und Influencer zeigt darin, warum Stil nicht beim Kleiderschrank aufhört, sondern Kommunikation, Respekt und kleine Gesten den Unterschied machen. Denn im Leben sind es nicht die Loafer oder der perfekte Blazer, die nachhaltig Eindruck hinterlassen – sondern ein Satz zur richtigen Zeit. Oder die Fähigkeit, wirklich zuzuhören, ohne innerlich schon die nächste Antwort zu formulieren.
Alltags-Etikette – charmant kommunizieren und mit Stil in Beruf und Freizeit auftreten
Kommunikation und Etikette: erfolgreich und charmant in jeder Situation
Wenn man von einem Gentleman spricht, dann denken viele Menschen zuerst an die Kleidung: an Loafer, an einen gut sitzenden Blazer, vielleicht an einen Wollmantel. Doch ich habe gelernt, dass das, was wirklich bleibt, niemals der Stoff oder die Farbe ist, sondern die Art, wie ein Mann sich verhält. Kommunikation und Etikette sind das Fundament, auf dem alles andere ruht. Ein noch so geschmackvolles Outfit verliert seine Wirkung, wenn es von unhöflichen Gesten, unbedachten Worten oder mangelndem Taktgefühl begleitet wird. Umgekehrt kann selbst eine schlichte Kombination aus einem Button-down-Hemd, einer gepflegten Chino und Pennyloafern eine große Wirkung entfalten, wenn sie getragen wird von Haltung, Aufmerksamkeit und Charme.
Wenn gutes Outfit an schlechtem Benehmen scheitert
Ich erinnere mich an eine Begegnung, die mir das schlagartig bewusst machte. Es war in einem kleinen Café, in dem ich regelmäßig verweile. Ein Mann betrat den Raum, gut gekleidet, zweifellos stilsicher. Doch schon nach wenigen Minuten fiel auf, wie er mit der Bedienung sprach – herablassend, ungeduldig, fast schroff. Sein Erscheinungsbild hätte beeindrucken können, doch sein Verhalten zerstörte den Eindruck innerhalb von Sekunden. Auf der anderen Seite gibt es jene Menschen, die vielleicht nicht das perfekte Sakko tragen, deren Schuhe nicht glänzen, die aber durch ihre offene, höfliche und zugewandte Art sofort eine Atmosphäre von Wärme und Respekt schaffen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt: Stil beginnt nicht beim Kleiderschrank, sondern im Umgang mit anderen.
Kommunikation und Etikette sind dabei keine starre Liste von Regeln, die man auswendig lernt, sondern vielmehr eine Haltung. Ein Gentleman kommuniziert nicht, um zu dominieren, sondern um zu verbinden. Er benutzt Sprache nicht als Waffe, sondern als Brücke. Er kennt die Grundlagen der Höflichkeit, weiß, wann Zurückhaltung angebracht ist, und wann es gilt, durch einen geistreichen Kommentar die Situation zu beleben. Etikette ist für ihn nicht Mittel der Distanz, sondern Ausdruck von Respekt.
Zuhören: die unterschätzte Königsdisziplin
Es beginnt mit dem Zuhören. Das klingt banal, doch kaum etwas ist heute so selten wie echtes Zuhören. In einer Welt, in der viele nur darauf warten, selbst zu sprechen, sticht derjenige hervor, der sich aufrichtig für sein Gegenüber interessiert. Ich habe mir angewöhnt, in Gesprächen weniger an die Antwort zu denken, die ich geben werde, sondern an die Person, die vor mir sitzt. Ihre Worte aufzunehmen, ihre Gesten zu beobachten, ihre Stimmung zu erfassen – all das sind Zeichen von Respekt, die sofort spürbar werden. Oft habe ich erlebt, dass Menschen sich öffnen, weil sie merken: Hier hört wirklich jemand zu. Es ist eine leise, aber sehr wirkungsvolle Form von Eleganz.
Ein weiterer Punkt ist die Sprache selbst. Ein Gentleman muss nicht mit Fremdwörtern jonglieren oder geschraubte Sätze bilden. Doch er achtet darauf, klar und bedacht zu sprechen. Worte haben Gewicht, und sie prägen das Bild, das andere von uns haben. Ein unbedachter Satz, eine unnötige Grobheit, kann vieles zerstören. Umgekehrt kann ein freundliches Wort, eine kleine Bemerkung des Dankes oder der Anerkennung Türen öffnen, die sonst verschlossen blieben. Ich habe mir angewöhnt, bewusst Wertschätzung auszusprechen – nicht übertrieben, nicht künstlich, sondern aufrichtig. Ein ehrliches „Das haben Sie wirklich gut gemacht“ oder „Ich danke Ihnen für Ihre Mühe“ hat schon oft mehr Wirkung gezeigt als jede noch so perfekte Garderobe.
Etikette im Alltag: kleine Gesten, große Wirkung
Etikette zeigt sich besonders in Situationen, in denen man unter Beobachtung steht: bei Einladungen, in Restaurants, bei formellen Anlässen. Hier entscheidet sich, ob jemand nicht nur die äußere Fassade beherrscht, sondern auch die innere Haltung besitzt. Ich habe oft festgestellt, dass es die kleinen Dinge sind, die zählen: das Warten, bis alle serviert sind, bevor man zu essen beginnt; die Selbstverständlichkeit, einer Frau oder einem älteren Menschen die Tür aufzuhalten; die Geste, im Gespräch nicht ständig aufs Smartphone zu schauen. Diese scheinbar nebensächlichen Gesten formen in der Summe den Eindruck, den man hinterlässt.
Natürlich gibt es auch die klassische Tischetikette, und sie hat ihren Wert. Es geht nicht darum, mit pedantischer Genauigkeit jede Regel zu befolgen, sondern darum, durch Sicherheit und Gelassenheit eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Ich habe erlebt, wie befreiend es auf andere wirkt, wenn man bei Tisch souverän, aber unaufdringlich ist. Ein Gentleman macht keine große Schau aus seinem Wissen, er korrigiert niemanden, er führt nicht vor. Er lebt Etikette so, dass sich andere wohlfühlen, nicht so, dass sie sich klein oder unsicher fühlen.
Souverän im Job: Auftreten schlägt Visitenkarte
Auch im beruflichen Kontext zeigt sich, wie entscheidend Kommunikation und Etikette sind. Netzwerke entstehen nicht durch Visitenkarten oder Kontakte in sozialen Medien, sondern durch echte Begegnungen. Und diese Begegnungen werden geprägt durch Auftreten und Sprache. Ich habe gelernt, dass es weniger wichtig ist, den klügsten Satz zu sagen, als vielmehr die richtige Haltung einzunehmen: aufmerksam, respektvoll, interessiert. Wer es schafft, Menschen das Gefühl zu geben, dass sie gehört und ernst genommen werden, der baut Bindungen auf, die weit über das Oberflächliche hinausreichen.
Ein Gentleman im Alltag zeichnet sich auch dadurch aus, dass er Gelassenheit bewahrt, gerade in schwierigen Situationen. Ich erinnere mich an einen Termin, bei dem ein Kollege in gereiztem Ton sprach, fast aggressiv. Früher hätte mich das vielleicht ebenfalls aus der Fassung gebracht. Heute weiß ich: Ein ruhiger, respektvoller Ton wirkt entwaffnend. Es ist erstaunlich, wie schnell die Schärfe aus einer Situation weicht, wenn man selbst ruhig bleibt und die eigenen Worte sorgfältig wählt. Hier zeigt sich wahre Souveränität – nicht im Glanz großer Auftritte, sondern in der Beherrschung kleiner Krisen.
Gelassen bleiben, wenn andere laut werden
Etikette bedeutet für mich auch, Verantwortung zu übernehmen. Wer sich als Gentleman versteht, darf nicht nur an die Wirkung nach außen denken, sondern muss auch auf sein Umfeld achten. Das beginnt im Kleinen: pünktlich zu sein, Absprachen einzuhalten, Versprechen nicht leichtfertig zu geben. Es reicht nicht, charismatisch zu wirken, wenn dahinter keine Verlässlichkeit steht. Ein Gentleman ist jemand, auf den man sich verlassen kann, und zwar im Gespräch, in der Zusammenarbeit und in der Freundschaft.
Was mich dabei immer wieder fasziniert, ist die Wirkung, die ein solches Verhalten auf andere hat. Menschen erinnern sich weniger an das, was man gesagt hat, sondern an das Gefühl, das man ihnen vermittelt hat. Wer im Gespräch das Gefühl von Respekt, Aufmerksamkeits und Zugewandtheit ausstrahlt, bleibt im Gedächtnis, unabhängig davon, welche Kleidung er trägt oder wie perfekt sein Auftreten sonst ist.
Etikette ist nicht altmodisch – sondern zeitlos
Manchmal werde ich gefragt, ob Etikette nicht etwas Altmodisches sei. Ich antworte dann: „Altmodisch ist nur das starre, künstliche Befolgen von Regeln.“ Echte Etikette hingegen ist zeitlos. Sie bedeutet nichts anderes, als andere Menschen ernst zu nehmen und ihnen mit Respekt zu begegnen. In einer Zeit, in der viele Gespräche oberflächlich, hektisch und von Ablenkungen geprägt sind, wirkt es fast revolutionär, wenn jemand wirklich zuhört, präsent ist und sich Mühe gibt, höflich und charmant zu sein.
Das Schöne ist: Diese Haltung kostet nichts. Sie ist nicht exklusiv, nicht an materielle Mittel gebunden. Jeder kann lernen, mit Bedacht zu sprechen, aufmerksam zuzuhören, kleine Gesten der Höflichkeit zu pflegen. Doch der Gentleman unterscheidet sich darin, dass er all dies selbstverständlich tut und nicht, weil er Eindruck schinden will, sondern weil es seinem Selbstverständnis entspricht.





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