Experten-Interview mit Dr. med. Martin Ihle
Moderne Leistungsmedizin: IHHT & Infusionen für mehr Energie im Alltag
„Gesundheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Wer frühzeitig auf Warnsignale hört und Verantwortung für den eigenen Körper übernimmt, bleibt langfristig leistungsfähig.“ – Dr. med. Martin Ihle
Erschöpfung, mentale Trägheit und fehlende Regeneration sind längst keine Randphänomene mehr. Viele Männer spüren, dass Leistungsfähigkeit heute mehr erfordert als Disziplin, Kaffee und Durchhalteparolen. Im Gespräch mit Facharzt Dr. med. Martin Ihle aus Berlin geht es um moderne Wege zu mehr Energie: Warum der Blick auf die Zelle entscheidend ist, wie die IHHT-Therapie die „Kraftwerke“ des Körpers trainiert und weshalb Infusionen gezielt unterstützen können – ohne falsche Versprechen.
Herr Dr. Ihle, viele Menschen fühlen sich dauerhaft müde oder nicht mehr richtig in ihrer Kraft. Warum lohnt es sich, gerade dann den Blick auf die Zellen und ihre Energieproduktion zu richten?
Es ist ein spannender Perspektivwechsel. Statt Symptome isoliert zu behandeln, betrachten wir die zellulären Grundlagen von Energie, Regeneration und Belastbarkeit. Gerade bei Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder chronischem Stress liegen die Ursachen häufig tiefer – etwa auf Ebene der Mitochondrien oder des vegetativen Nervensystems. Genau hier setzen moderne Ansätze wie IHHT und gezielte Infusionstherapien an.
Wofür steht IHHT und was verbirgt sich hinter dieser Therapie?
IHHT steht für Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie. Vereinfacht gesagt handelt es sich um ein sanftes Höhentraining für die Zellen. Über eine Atemmaske atmet der Patient im Wechsel sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft. Dieser kontrollierte Reiz trainiert die Mitochondrien – also die Kraftwerke unserer Zellen – und kann deren Leistungsfähigkeit verbessern.
Warum spielen Mitochondrien für Gesundheit und Leistungsfähigkeit eine so zentrale Rolle?
Mitochondrien produzieren den Großteil unserer zellulären Energie. Sind sie in ihrer Funktion eingeschränkt, äußert sich das oft unspezifisch: Müdigkeit, reduzierte Belastbarkeit, Konzentrationsprobleme oder verlangsamte Regeneration. Die mitochondriale Medizin versucht genau hier anzusetzen und die Energieproduktion wieder effizienter zu gestalten.
Für wen ist die IHHT-Therapie besonders geeignet?
Typische Patienten sind Menschen mit chronischer Erschöpfung, hoher Stressbelastung, Schlafstörungen oder altersbedingtem Leistungsabfall. Auch bei Stoffwechselstörungen oder zur präventiven Gesundheitsoptimierung kann IHHT sinnvoll sein. Leistungssportler nutzen die Therapie zudem zur Regenerations- und Trainingsunterstützung.
Wie läuft eine solche Sitzung konkret ab?
Der Patient liegt entspannt, die Therapie dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Währenddessen überwachen wir Sauerstoffsättigung, Puls und Herzratenvariabilität. Die meisten empfinden die Behandlung als ruhig und wenig belastend – eher wie eine geführte Entspannungsphase mit einem klaren physiologischen Trainingseffekt.
Neben dem Zelltraining über Sauerstoff setzen Sie in Ihrer Praxis auch auf Infusionstherapien. Viele Menschen nehmen Vitamine bereits als Nahrungsergänzung ein. Warum gehen Sie den Weg über die Vene?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Bioverfügbarkeit. Oral zugeführte Substanzen müssen den Magen-Darm-Trakt passieren, was ihre Aufnahme begrenzt. Über Infusionen gelangen Vitamine, Aminosäuren oder Antioxidantien direkt in die Blutbahn – schnell, gezielt und in therapeutisch wirksamer Dosierung.
Welche Infusionen werden besonders häufig nachgefragt?
Sehr gefragt sind Vitamin-C-Hochdosis-Infusionen zur Immunstärkung, die Vagus-Vit-Infusion bei Stress und Schlafproblemen sowie die Mito-Energy-Infusion zur Unterstützung der zellulären Energiegewinnung. Auch Detox- und Procain-Basen-Infusionen spielen bei chronischer Belastung eine wichtige Rolle.
Lassen sich IHHT und Infusionen miteinander kombinieren?
Ja, das ist sogar empfehlenswert. Die IHHT setzt einen Trainingsreiz auf Zellebene, während Infusionen die notwendigen Bausteine für Regeneration und Stoffwechsel liefern. Gerade bei ausgeprägter Erschöpfung oder nach Infekten sehen wir in der Kombination häufig nachhaltigere Effekte.
Gibt es Risiken oder Personengruppen, für die diese Therapien nicht geeignet sind?
Beide Verfahren gelten als gut verträglich, sofern sie ärztlich begleitet werden. Bei der IHHT sollten Schwangere oder Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen darauf verzichten. Auch Infusionen erfordern eine sorgfältige Anamnese. Wichtig ist: Es handelt sich um medizinische Therapien, nicht um Wellnessangebote.
Viele unserer Leser interessieren sich für Leistungsfähigkeit im Alltag. Was dürfen sie realistisch erwarten?
Kein sofortiges Wunder, aber häufig spürbare Veränderungen: mehr Energie, bessere Konzentration, erholsamerer Schlaf. Entscheidend sind Regelmäßigkeit und eine realistische Erwartungshaltung. Diese Therapien ersetzen keinen gesunden Lebensstil, sie können ihn jedoch sinnvoll unterstützen.
Zum Abschluss gefragt: Wie gelingt Männern ein souveräner Umgang mit der eigenen Gesundheit?
Gesundheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Wer frühzeitig auf Warnsignale hört und Verantwortung für den eigenen Körper übernimmt, bleibt langfristig leistungsfähig. Für mich ist das ein moderner, souveräner Gedanke – und durchaus gentlemanlike.





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